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Spinnen

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Handspinnen - Warum?

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Handspinnen heute - warum?

Ich fing an, mich fürs Spinnen zu interessieren, als ich erfuhr dass der Schafzüchter kaum genug Geld für die Wolle bekommt, um den Scherer zu bezahlen. Und das, wo ich doch gerade im Strickladen ein Vermögen für Wolle ausgegeben hatte! Kurz darauf bekam ich Spinnen mit der Handspindel gezeigt und durfte selbst probieren. Das war's - eine neue Spinnerin war geboren.

Für mich hat Spinnen, vor allem mit der Handspindel, etwas Magisches. Es fasziniert mich immer wieder, wie man mit einfachsten Werkzeugen Rohfaser in Strickwolle verwandeln kann.

Abgesehen davon hat Spinnen als Hobby ein paar sehr konkrete Vorteile:

Geringe Kosten

Spinnen kann sehr preiswert sein: Sie können mit einem Hakenstöckchen anfangen (aus Kleiderbügeldraht geschnitten, oder kleben Sie eine zurechtgebogene Büroklammer an einen Schaschlikspiess) und eine Handvoll Unterwolle Ihres langhaarigen Hundes verspinnen (wenn er gerade haart, wenn Sie spinnen wollen)

Wenn Sie Ihre Spindel selber machen, kostet sie sehr wenig. Aber sogar eine erstklassige Spindel kostet nicht viel mehr, als ein Restaurantabendessen zu zweit - aber Sie haben länger etwas davon.

Die Fasern zum Verspinnen gibt es entweder umsonst (vom Schafzüchter nebenan, oder Nachbars Bobtail, oder dem langhaarigen Zwergkaninchen der Tochter) oder für nicht allzuviel Geld (und ein Pfund Wolle reicht sehr lange). Wenn sie Luxusfasern kaufen (wie Kaschmir) kostet das daraus gesponnene Garn immer noch weniger, als wenn Sie es fertig gekauft hätten. Zumindest, so lange Sie Ihre Zeit nicht rechnen - aber Sie spinnen ja zum Vergnügen, oder? Sie haben Spass, und bekommen noch Garn!

Auch wenn Sie ein Spinnrad kaufen (ein neues kostet mindestens ein paar hundert Euros), bleibt Spinnen ein preiswertes Hobby - verglichen mit Skifahren oder der Einrichtung eines Heimkinos.

Immer wieder neu

Es gibt hunderte verschiedener Fasern (alleine in Frankreich gibt es über 50 verschiedene Schafrassen, und dann sind da alle anderen Tiere, und Pflanzen) - alles was fein und lang genug ist, kann versponnen werden. Sie können dicke oder dünne Garne spinnen, 2 oder mehr davon verzwirnen und alle möglichen Effektgarne erzeugen. Es gibt immer etwas Neues zu lernen.

Alles unter Kontrolle

Wenn Sie den ganzen Weg vom Schaf bis zum Pullover gehen, haben Sie alles unter Kontrolle. Es wird behauptet, dass Wollallergien (im Sinne echte Allergie - ich rede nicht von normalen Reaktionen auf kratzige Wolle) in Wirklichkeit oft Allergien auf die Chemikalien (Waschmittel, Insektizide, Farbstoffe) sind, mit denen die Wolle zwischen Schur und fertigem Garn oder Kleidungsstück behandelt wird. Wenn Sie mit dem frisch geschorenen Vliess anfangen, können Sie auf alle diese Chemikalien verzichten.

Auch wenn Sie spinnfertige Fasern (die aggressiver gewaschen wurde, als Sie es zu Hause tun würden) kaufen, haben Sie immer noch die totale Kontrolle über das Garn, das Sie daraus spinnen. Mein erster Pullover war ein bisschen zu weich und "fusselig". Also habe ich das Garn für den zweiten härter gesponnen. Sie entscheiden, und Sie leben mit den Folgen. Die kaum jemals katastrophal sind - in den meisten Fällen lässt sich das Garn für irgend etwas verwenden.

Sie können jedes Effektgarn spinnen, das Ihnen in den Sinn kommt. Meistens sind sie leichter, als es aussieht. Wahrscheinlich werden Sie sogar mit "einzigartigem Designergarn" anfangen, bevor Sie dann zu normalem, regelmässigem Zweifachzwirn fortschreiten.

Nachteile

Tja, spinnen macht süchtig! Es kann passieren, dass Sie plötzlich wenig Zeit für andere Aktivitäten haben und die Tage auf einmal viel zu kurz sind. Und dazu die Kommentare der Umgebung: "Sie spinnt!" "Ich wusste es ja schon immer" ...

Vielleicht geben Sie auch mehr Geld als ursprünglich geplant für die Vervollständigung der Handspindelsammlung aus (es gibt so wunderschöne - und einzeln kosten sie auch gar nicht viel). Und eine Spinnradsammlung im Wohnzimmer verlangt, dass Durchquerungen sorgfältig geplant werden - kein Rumtappen im Dunkeln mehr!

Aber ernsthaft, es gibt auch ein gewisses Gesundheitsrisiko. Die Bewegungen, die man für eine Spinnmethode benutzt, sind ziemlich monoton. Ich hatte eine Sehnenscheidenentzündung im Daumen, aber ich habe auch von einem Spinner mit Achillessehnenproblemen gehört. Achten Sie also auf Ihre Haltung, seien Sie so entspannt wie möglich und machen Sie häufige Pausen, vor allem am Anfang. Den Spinnstil zu wechseln (langer Auszug, kurzer Auszug, rechtshändig, linkshändig) hilft auch.

Frohes Spinnen!

Seite aktualisiert: 07 April 2007