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Grundsätze fürs Spinnen mit dem Flügelrad

Spinnen besteht aus drei Aktionen, die mehr oder weniger gleichzeitig ablaufen: Fasern ausziehen, Fasern zu Garn verdrehen, Garn aufwickeln. Fürs Ausziehen sind ihre Hände zuständig, verdrehen und aufwickeln tut das Spinnrad für sie.

Die Theorie des Spinnens mit dem Flügelrad ist ganz einfach, es gibt nur drei Dinge, die Sie sich merken müssen:

  1. Jede Drehung des Flügels verdreht den Faden ein Mal.
  2. Dünnes Garn braucht mehr Drall als dickes (damit es sich gleich anfühlt und gleich stabil ist)
  3. Das Garn wird aufgewickelt, wenn sich Flügel und Spule unterschiedlich schnell drehen

Im Prinzip ist das alles.

Wahrscheinlich wäre es aber hilfreich, wenn ich noch ein bisschen weiter aushole. Also:

  1. Jede Drehung des Flügels verdreht den Faden ein Mal.
  2. Jeder Tritt aufs Trittbrett versetzt den Flügel in eine bestimmte Anzahl von Umdrehungen. Wie viele es sind bestimmt die Übersetzung - 1:6 bedeutet, dass bei jedem Tritt der Flügel 6 mal dreht. Wenn Sie eine höhere Übersetzung wählen, dreht der Flügel schneller - vielleicht 18 mal für jeden Tritt (Übersetzung 1:18), also drei mal so schnell wie bei 1:6. Angenommen, Sie treten immer gleich schnell, dann wird das Garn mit einer höheren Übersetzung schneller verdreht als mit einer niedrigen.

  3. Dünnes Garn braucht mehr Drall als dickes (damit es sich gleich anfühlt und gleich stabil ist)
  4. Mabel Ross hat das in ihrem "Essentials of Yarn Design for Handspinners" sehr ausführlich ausgeführt, hier die Kurzfassung: Entscheidend ist der Drallwinkel - Garn mit gleichem Winkel fühlt sich gleich an. Bei einem dünnen Garn braucht es mehr Umdrehungen bis die Fasern in einem bestimmten Winkel liegen als bei einem dicken - auf diesem Foto können Sie es sehen:

    5 unterschiedlich dicke Garnproben von 1 mm bis 1 cm Durchmesser

    Daraus folgt, dass man für dünnes Garn am besten mit hohen Übersetzungen arbeitet (damit schnell viel Drall in die Faser kommt) und für dickes Garn mit niedrigen Übersetzungen.

    Falls man die Übersetzung nicht wechseln kann, muss man für dickes Garn entweder die Trittgeschwindigkeit verringern (Drall wird langsamer erzeugt) oder das Garn schneller ausziehen (der Drall verteilt sich auf ein längeres Stück Garn). Oder beides... Und für dünnes Garn gilt genau das Gegenteil.

    Übrigens, der Garndurchmesser wird durch die Anzahl der ausgezogenen Fasern bestimmt - viele Fasern ergeben ein dickes Garn und wenige Fasern ein dünnes. Und es ist schwerer, gleichmässig dick zu spinnen als gleichmässig dünn (oder scheinbar gleichmässig - bei einem Zwirndurchmesser von 1 mm fällt ein Unterschied von 10 % nicht mehr auf).

  5. Der Faden wird aufgewickelt, wenn sich Flügel und Spule unterschiedlich schnell drehen
  6. Wenn der Geschwindigkeitsunterschied klein ist, wird langsam aufgewickelt, wenn er gross ist, schnell. Wenn schnell aufgewickelt wird, spricht man von "starkem Einzug" - das Rad zieht deutlich am Faden. Es gibt drei Methoden, den Einzug zu erzeugen, die unter Funktionsweise des Flügelrads genauer beschrieben sind.

    Hier geht es darum, welcher Einzug der richtige ist. Ganz einfach: Der, der Ihnen angenehm ist! Normalerweise arbeitet man bei dickem Garn mit eher starkem Einzug und bei dünnem Garn mit eher schwachem. Aber wie stark "stark" ist, entscheiden Sie selbst. Eines ist allerdings sicher: Das Garn kann nicht aufgewickelt werden, wenn Sie es nicht loslassen!

Seite aktualisiert: 22 Februar 2011