Inhalt

Spinnen

Kurze Geschichte des Handspinnens

Handspinnen - Warum?

Wolle und andere Spinnfasern

Wolle zum Spinnen vorbereiten

Überlegungen zum Spinnen lernen

Grundsätze fürs Spinnen mit dem Flügelrad

Spinnräder

Funktionsweise des Flügelrades

Welches Spinnrad?

Spinnradkauf

Indische Buch- oder Attaché-Charkha

Handspindeln

Grundsätzliches zu Handspindeln

Spindelkritiken

Selbermachen

Handspindeln

Lazy Kate

Stricknadeln

Weitere Informationen übers Handspinnen

Grunsdätzliches zur Spinnliteratur

Bücher, DVD und Zeitschriften

Links - Handspinnen im Internet

Fotoalbum

Begriffserklärungen

Leben auf dem Bauernhof

Sitemap

Impressum

Home / Accueil / Startseite > La Hottee - wer, wo, was? > Handspinnen > Spindelkritiken

Spindelkritiken

Das Ausprobieren vor dem Kauf ist bei der Handspindel beinahe wichtiger als beim Spinnrad, denn schwierige Handspindeln werden durchaus angeboten. Wenn Ausprobieren unmöglich ist, würde ich entweder eine vermutlich SEHR gute Spindel kaufen - für viel Geld. Oder selbst eine Spindel bauen - für fast umsonst. Angeblich soll es auch für wenig Geld gute Spindeln geben - aber ich habe noch keine gefunden.

Abraten würde ich von sehr schweren (80 g und mehr) "Anfängerspindeln" (ich glaube, Ashford hatte eine solche im Angebot, kann mich aber irren). Wenn Sie kein Teppichgarn spinnen wollen, wird alleine das Gewicht der Spindel das Garn abreissen. Zum Verzwirnen mögen diese extra schweren Spindeln ja sehr gut sein - aber zuerst müssen Sie ja ihr Einfachgarn spinnen.

Bosworth Spindeln

Bosworth Featherweight Spindel Bosworth Midi Spindel

Jonathan and Sheila Bosworth (http://www.journeywheel.com) (in den USA) stellen diese Spindeln in verschiedenen Grössen, Gewichtsklassen und aus verschiedenen Hölzern her - oder sogar aus exotischen Materialien wie Mammut-Stosszähnen. Alle sind Hochwirtelspindeln in "Schüsselform", d. h. der Rand ist breiter als die Mitte, was die Spinndauer verlängert.

Jede Spindel ist anders, aber alle Wirtel sind massiv und aus einem Stück Holz gedreht. Das Holz wird dann geölt und auf Hochglanz poliert - nicht lackiert!

Die Spindelschäfte der Standardausführung bestehen aus hellem, unbehandelten (trotzdem sehr glattem) Holz. Exotische Hölzer für den Schaft sind gegen Aufpreis erhältlich. Meine Spindeln haben den Standardschaft, sehen damit sehr gut aus und drehen sehr gut.

Featherweight (Federgewicht)

Meine Featherweight-Spindel wiegt 13 g. Das Gewicht kann je nach Holzart variieren. Die Featherweight ist eine hervorragende Spindel für sehr feine Fäden, sie dreht leicht und lange. Diese Spindel ist schuld, dass ich mit Brettchenweben angefangen habe: Ich habe sehr dünnen Feidenfaden gesponnen (einfach, weil ich konnte), wusste nicht, was ich damit stricken sollte und so habe ich ein Uhrenarmband brettchengewebt.

Midi

Meine zwei Midis (ich konnte mich nicht entscheiden - sie sind beide so schön!) wiegen je 35 g und sind perfekt für mittelfeines Garn. Sie sind so perfekt ausbalanziert wie die Featherweight und es macht wirklich Spass, mit ihnen zu arbeiten.

Golding-Spindeln

Celtic Knot Spindel von Tom Golding

Das Hauptmerkmal der Golding-Spindeln (http://www.dropspindle.info) (auch aus den USA) ist ein Metallring (Bronzelegierung) am Rand des Wirtels. Dieser Ring bringt das Hauptgewicht nach aussen (wie der breite Rand bei den Bosworth-Spindeln) und verlängert die Spinndauer. Er sorgt auch dafür, dass die Spindeln relativ schwer werden - die leichtesten Spindeln in Tom Goldings Katalog sind die 2-Zoll (5 cm) Tsunami oder Solid Cherry mit je 25 g.

Ich besitze nur eine Spindel aus der Golding-Reihe, die 3-Zoll (7,5 cm) Celtic Knot. Mit 53 g ist sie für meinen Geschmack gewichtsmässig am oberen Limit fürs Spinnen. Ich verwende sie hauptsächlich für relativ dickes Garn zum Pullover-Stricken - und dafür ist sie hervorragend geeignet. Ich nenne sie eine "Barhocker-Spindel" - wenn man zum Spinnen in einem normalen Stuhl sitzt, kommt sie am Boden an, lange bevor sie zu drehen aufhört.

Der Walnuss-Schaft ist gerippt. Mich stört das nicht, aber eine Spinnkollegin findet das unbequem für die Hände.

Golding-Spindeln werden als Hochwirtelspindel geliefert, können aber zur Tiefwirtelspindel umgebaut werden. Ich habe es nicht ausprobiert, aber so ist jeder zufrieden.

Simple Market Farms

Sleeping Beauty (Dornröschen) von Simple Market Farms

Die Kanadier Paul and Jeanne Hubbard hatten die Firma Simple Market Farms, aber sie scheinen aufgegeben zu haben - zumindest sind sie nicht mehr im Internet zu finden. Ihre Spindeln bestehen aus Speichenrädern (Spielzeugräder) auf einem lackierten und sehr glatten, leicht konischen Schaft. Dies sind die einzigen Schäfte, bei denen ich den Garnkonus unbeschädigt im Ganzen abstreifen konnte.

Ich habe zwei ihrer Spindeln, die "Sleeping Beauty" mit 30 g, und die "Briar Rose" mit 11 g. I mag die Briar Rose besser als ihre grössere Schwester - sie ist für extrem feine Fäden gut geeignet. Sleeping Beauty ist eine anständige Spindel, fällt aber gegen eine Bosworth sehr deutlich ab. Der Kupferhaken hat eine schöne (und angeblich funktionellere Form), ist aber ziemlich weich und verbiegt sich, wenn die Spindel auf harten Boden fällt.

Indische Takli

Indische Takli in PorzellanschaleHaken an Indischer Takli

Meine Takli stammt direkt aus Indien, von (e-Trade Enterprises - sie verkaufen auch auf E-Bay unter dem Namen ecomtrader). Der flachgehämmerte Haken ist charakteristisch für in Indien hergestellte Taklis. Beachten Sie die scharfe Spitze oben am Haken - während des Spinnens dreht sich das Garn um diese Spitze, wie um die Spitze der Spindel eines Spindelrads.

Da das meine einzige Takli ist, kann ich nicht sagen, ob es bedeutende Unterschiede zwischen ihnen gibt (sie dreht sich jedenfalls länger und schneller als meine Schaschlikspiess-Eigenbauversuche). Ich spinne meine in einer Porzellanschale, aber jede andere harte, glatte Unterlage würde genauso gehen. Je glatter die Unterlage, desto weniger Reibung und desto besser dreht die Spindel. Vorsicht übrigens - die Spitze ist SPITZ! Die Spindel auf dem Oberschenkel zu drehen, um das Garn aufzurollen, ist keine gute Idee!

Seite aktualisiert: 07 April 2007