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Begriffserklärungen

Einzug:
Einzug bedeutet, dass das Garn durch die Einzugsöffnung des Flügels gezogen und auf die Spule gewickelt wird. Je nach Spinnradtyp und -einstellung ist der Einzug stärker oder schwächer.
Kontrollgarn (control yarn)
Ein Stück Garn, das man sofort nach dem Spinnen zur Schlaufe legt und sich mit sich selbst verdrehen lässt. Wenn das Ergebnis so aussieht, wie Sie ihr fertiges Garn haben wollen, reissen Sie es ab und wickeln Sie es um eine Karteikarte. So sehen Sie, wieviel Drall Sie zum ausgeglichenen Verzwirnen brauchen - auch wenn Sie Wochen nach dem Spinnen verzwirnen, wenn sich der Drall der Einzelgarne schon gesetzt hat. Die Technik wird von Patsy Z. in ihrem (englischsprachigen) Video Spinning Wool - Basics and Beyond gezeigt.
Kurzer Rückwärtszug
Eine Spinnmethode, bei der die vordere Hand das schon gesponnene Garn festhält, und die andere Hand zieht die ungesponnenen Fasern nach hinten weg. Dann rutscht die vordere Hand nach hinten und lässt den Drall in die ausgezogenen Fasern reinlaufen. Der Drall bleibt immer VOR der vorderen Hand. Es ist keinerlei Drall im unversponnenen Faservorrat; der bleibt unverdreht und daher leicht auszuziehen.
Der kurze Rückwärtszug funktioniert am Besten mit langen, schon parallel liegenden Fasern (Kammzug oder Stapel), und ergibt dann ein Kammgarn (auf englisch "true worsted"). Es ist eine sehr gute Methode für Spinnräder mit relativ starkem Einzug.
Spindel:
Als Handspindel ein Instrument zur Garnherstellung aus Fasern. Die Handspindel besteht i. d. R. aus einem Schaft (mit oder ohne Haken am oberen Ende und mit oder ohne Spitze am unteren Ende) und einem Wirtel, der als Schwungmasse dient.
Am Flügelspinnrad ist die Spindel die Metallstange im "U" des Flügels, auf der die Spule rotiert.
Stapel:
Bezieht sich beim Spinnen meistens auf die Faserlänge - langstaplige oder kurzstaplige Faser. Was als lang oder kurz gilt, hängt vom Fasertyp ab: langstaplige Baumwolle misst 2,7 bis 3,3 cm, langstaplige Wolle 15 bis 30 cm.
Übersetzung oder Übersetzungverhältnis:
Bei Spinnrädern ist die Übersetzung das Verhältnis zwischem dem Antriebsrad und der Spindel oder dem Flügel. Wenn bei einer Charkha die Spindel für jede volle Drehung des Handrades 80 mal dreht, ist die Übersetzung 1:80. Wenn bei einem Flügelrad mit Spulenbremse der Flügel für jeden Tritt (= 1 Umdrehung des Antriebsrads) 8 mal dreht, hat das Rad ein Verhältnis von 1:8. Sie können die Übersetung entweder einfach ausprobieren und die Umdrehungen zählen. Oder Sie messen die Umfänge von Wirtel und Antriebsrad (IN der Rille) und teilen den grösseren Wert durch den kleineren. Wenn sich der Flügel für jede Umdrehung des Antriebsrads 8 mal dreht, misst der Flügelwirtel ein Achtel des Umfangs des Antriebsrads. Es ist das gleiche Prinzip wie beim Fahrrad.
Bei einer Charkha mit ihrem Beschleunigungsrad wird die Rechnung etwas komplizierter. Sagen wir, das grosse Rad hätte einen Umfang von 47 cm. Die kleine Schnurscheibe am Beschleunigungsrad hat einen Umfang von 6 cm. Das ergibt ein Verhältnis von 1:7,8 zwischen Hauptantriebsrad und Beschleunigungsrad. Die grosse Scheibe des Beschleunigungsrades hat einen Umfang von 28 cm. Und der Spindelwirtel misst 2 cm. Das ergibt ein Verhältnis von 1:14 zwischen Beschleunigungsrad und Spindel. Wenn man jetzt die beiden Brüche miteinander multipliziert (14 mal 7,8) bekommt man die gesuchte Übersetzung zwischen Hauptantriebsrad und Spindel: 1:109. (Übrigens: Das sind die Masse meiner "Box Charkha")
Verzwirnen
Verzwirnen bedeutet, zwei oder mehr Fäden miteinander zu verdrehen. Sie können es mit einem Stück Faden leicht ausprobieren: Halten Sie in jeder Hand ein Fadenende und drehen Sie den Faden so, dass er stärker verdreht wird. Dann nehmen Sie beide Enden in eine Hand und lassen die Schlaufe sich zusammendrehen.
Ein Zweifachzwirn besteht aus zwei Einzelfäden, ein Dreifachzwirn aus drei, und so weiter. Je mehr Fäden Sie miteinander verzwirnen, umso gleichmässiger wird der Faden - die Wahrscheinlichkeit, dass alle dicken oder dünnen Stellen der Einzelfäden zusammentreffen ist nicht sehr gross. Aber zuerst müssen die Einzelfäden alle gesponnen werden, und Sie brauchen Spulen zur Aufzubewahrung und zum Verzwirnen.
Wirtel
Am Flügelrad ist der Wirtel eine Schnurscheibe, d. h. eine Scheibe mit einer Rille, in der der Antriebsriemen laufen kann. Der Wirtel kann an der Spule sein, am Flügel, oder an beiden.
Bei der Handspindel ist der Wirtel das Gewicht (Scheibe, Kreuz, Perle etc.) - oft getrennt vom Schaft hergestellt und auf diesem befestigt - das als Schwungmasse dient. Es kann am oberen Schaftende befestigt werden (Hochwirtelspindel oder Kopfspindel) oder am unteren (Tiefwirtelspindel oder Fussspindel).

Seite aktualisiert: 07 April 2007