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Umbau - vom Kuhstall zum Hofladen

La Hottée ist das, was man auf Französisch eine "longère" nennt - ein einstöckiges Haus, in dem Arbeits-, Wohn- und Stallbereich aneinander gebaut sind und das (meistens jedenfalls) längs zur Strasse steht.

Werkstatt und Wohnteil Wohnteil und Kuhstall

Hinter dem grossen Holz-Schiebetor versteckt sich der ehemalige Kuhstall, der als Abstellraum dient. An der hinteren Wand sieht man, wo früher einmal die Tür zum Pferdestall war.

ehemaliger Kuhstall mit Müll

 

Die Grobplanung für den Umbau sieht so aus:
  • Alles leerräumen - Heuraufen und Boxenwände entfernen (die Hühner, im Ex-Pferdestall einquartiert, müssen umziehen).
  • Decke isolieren und streichen.
  • Tür zum ehemaligen Pferdestall durchbrechen.
  • Holzdecke entfernen und tieferlegen, vorne Balken auf I-Träger abstützen, damit ein Mezzanin entsteht.
  • Boden ausschachten, nach aktuellen Bestimmungen isolieren und mit Beton ausgiessen. Dabei Wasser- und Abwasserleitungen verlegen.
  • Im ehemaligen Pferdestall ist noch eine zugemauerte Tür, in die ein Fenster gesetzt werden soll. Die aktuellen Türen/Tore müssen ersetzt werden und die Lüftungs-Öffnungen in der Fassade verschlossen. Vor die Eingangstür und das Fenster kommen Gitter - nicht so sehr gegen Einbrecher, mehr, um das teure Glas vor meinen Schafen und den Hörnern eventuell auf der Strasse spazierengehender Kühe zu schützen (kommt hier ab und zu vor).
  • Im hinteren Teil wird ein WC (behindertengerecht) abgeteilt und eingebaut.
  • Wände isolieren/verputzen. Ein Hanf-Kalk-Putz erfüllt beide Zwecke, ist preiswert und einfach zu verarbeiten.
  • Fliesen legen.
  • Treppe zum Mezzanin montieren.
  • Möblieren und Einräumen.
Decke tiefergelegt, Boden in Arbeit Gitter vor der Eingangstür Decke tiefergelegt, Boden in Arbeit WC-Wand in Bau

Nach Erhalt der Baugenehmigung, 2007, habe ich gewitzelt (dachte ich), dass bis 2012 der Laden wohl eröffnet wäre. Jetzt ist es Juni 2011 und ich bin kurz vor dem Fliesenlegen - was bei insgesamt kanpp 70 Quadratmetern auch ein bisschen dauern wird. Der aktuelle Stand:

Blick von der Eingangtür ins rechte hintere Eck des Landens. Sichtbar sind der Metallträger, auf dem das Mezzanin ruht, der Durchgang zum hinteren Ladenbereich und WC und die offene Hintertür. Der Balken über dem Durchgang ist original (was es gewaltig erleichtert hat, die Wand aufzubrechen), nur frisch gestrichen. Die Steckdosen (die blauen Kästchen in der Ecke) sind nur vorbereitet. Eigentlich wollte ich die Elektrizität ja über Putz verlegen, aber es dauert 6 Monate bis 1 Jahr, bis ein Hanf-Kalk-Putz ganz durchgetrocknet ist. So lange wollte ich dann doch nicht warten. Die lange Trockenzeit erklärt auch den Farbunterschied zwischen der rechten Wand, die erst seit zwei Wochen verputzt ist, und der hinteren, die schon vor dem Winter fertig war.
Hier haben wir das Mezzanin und die Decke darüber mit Dachfenster (neu eingebaut).

Die linke Giebelwand - ebenfalls noch nicht trocken. Die durchs Bild laufende Stange hält das Haus zusammen. Ursprünglich war einer der Deckenbalken mit den Dachbalken (siehe oberes Bild) verschraubt. Durch das Tieferlegen der Decke (um im oberen Teil Höhe zu gewinnen) musste diese Verbindung gelöst werden. Jetzt hat auch mein Haus, wie viele anderen in Frankreich, ein Metallornament an der Aussenseite (siehe Bild oben mit dem Gitter vor der Eingangstür).

Der Putz besteht aus Hanf (Cannabis sativa - ja, genau das... aber ohne THC) vom Bauern, vermischt mit Agrarkalk aus dem Landhandel. Luftkalk aus dem Bauhandel wäre wesentlich teurer. Der Agrarkalk (Wiesenkalk) ist ungelöscht, was das Anrühren aufregend macht: Schutzkleidung (Haut vollständig bedeckt, Brille, Atemschutz) ist unbedingt notwendig, ebenso wie ein Metallgefäss (ich hatte eine Schubkarre), da die Mischung brodelnd kocht.

Auch zum Arbeiten empfiehlt es sich, die Haut vollständig zu bedecken und mit Schutzbrille zu arbeiten. Wenn die Arbeitshandschuhe nicht neu sind, sind Latex-Unterziehhandschuhe ratsam, da irgendwann doch ein Kalkbröselchen in die Handschuhe gerät. Das ist alles aufwändig, aber mir war es das wert.

Mein "Rezept" für den Putz ist ganz einfach: Schubkarre zu 3/4 mit Wasser füllen (Regenwasser soll besser sein als gechlortes Leitungswasser), soviel Kalk rein (mittels Schäufelchen) bis es schön brodelt. 20 Stunden später (vorher vielleicht einmal umrühren) Hanf druntermischen, einen Klumpen formen und an die angefeuchtete Wand klatschen. Ich habe in zwei Schichten gearbeitet: Zuerst eine dicke aus den langfasrigen Hanfteilen, mit möglichst viel Hanf und gerade so viel Kalk, dass die Mischung an der Wand klebt. Dann eine dünne Schicht aus den kurzen Stengelabschnitten mit etwas mehr Kalk, damit man schön glattstreichen kann (eine Kaninchenkäfigseite dient als perfektes Sieb um lange Fasern von kurzen zu trennen).

Der hintere Ladenbereich, vom Durchgang aus in die rechte hintere Ecke fotografiert. Das Fenster gab's für 45 Euro beim Trödler (ich kaufte zuerst das Fenster - Maximalbreite durch den schon eingebauten Balken vorgegeben - und liess dann die Maurer die Öffnung entsprechend gross durchbrechen.) Die unterschiedlichen Putzfarben (da muss ich mich mit der Mischung vertan haben) werden hinter Regalen oder Postern versteckt.

Der hintere Ladenbereich, linke hintere Ecke. Die Tür führt zum WC (noch nicht eingebaut, da ich zuerst fliesen muss). Auch hier sind die Dachfenster neu - die Hühner hatten's nicht so luxuriös.
Die Fliesen - verlegt, verfugt und frisch geputzt.
Die Treppe, vom Schreiner montiert, von mir gestrichen.
Das Geländer von unten, bestehend aus den alten Heuraufen und neu gekauften Querbalken. Die senkrechten Pfosten sind auch Teile alten Stalleinrichtung.
Das Geländer von oben. Der Fussboden ist noch unbehandelt.
Und hier ist endlich der Ofen (Modell Deville Agate), vor einem Mäuerchen, mit Absperrung gesichert.

Die Bauarbeiten sind hiermit beendet. Es gibt auch Fotos vom Laden).


Seite aktualisiert: 18 Januar 2012