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Spinnräder mit zweifädigem Antrieb

Flügel und Spule bei einem Spinnrad mit zweifädigem Antrieb

Ein zweifädiges Spinnrad hat einen Wirtel (Schnurscheibe) an der Spule und einen zweiten am hinteren Ende der Spindel. Diese Wirtel haben unterschiedliche Durchmesser - in der Rille gemessen. Der Antriebsriemen wird zu einer "8" gelegt und über beide Wirtel geschlauft (d. h., beide Schlingen laufen über das Antriebsrad, und je eine Schlinge über die beiden Wirtel). Die unterschiedlichen Durchmesser von Spulenwirtel und Flügelwirtel sorgen dafür, dass sich Spule und Flügel unterschiedlich schnell drehen. Deshalb wird der Faden gleichzeitig gedreht und eingezogen - im gleichen Verhältnis und mit konstanter Geschwindigkeit.

Um den Einzug zu verringern, muss der Schlupf erhöht werden. Dazu wird der Antriebsriemen gelockert (mit Metallschrauben kann man genauer einstellen als mit Holzschrauben). Wenn sich die Spule füllt, muss der Einzug erhöht - sprich der Antriebsriemen wieder gespannt werden.

Vorteile

In der Theorie ermöglichen der konstante Einzug und das feste Verhältnis zwischen Drehung und Einzug das Spinnen sehr gleichmässiger Garne. Für das Spinnen mit kurzem Auszug, wo man regelmässig kurze Garnabschnitte ins Spinnrad laufen lässt, ist der konstante Einzug auch vorteilhaft.

Es gibt keine Bremse, also erschwert keine zusätzliche Reibung das Treten.

Einige der schönsten aktuellen Spinnräder haben zweifädigen Antrieb.

Nachteile

Das Spinnrad mit zweifädigem Antrieb ist der am schwierigsten zu bauende Typ. Das Verhältnis zwischen den beiden Wirteln ist entscheidend, die Form der Rillen ist wichtig und sogar das Material und der Durchmesser des Antriebsriemen beeinflussen das Verhalten des Spinnrads. Wenn Sie ein altes Spinnrad über E-Bay o. ä. kaufen, haben Sie beim zweifädigen Rad das grösste Risiko: Wenn nicht alle Teile (vor allem Flügel und Spule) Originalteile sind, kann das Rad unbenutzbar sein. Das kann auch passieren, wenn der Konstrukteur des Rades den zweifädigen Antrieb nicht wirklich versteht. Wenn ein Spinnradbauer seine neuen zweifädigen Räder mit zwei getrennten Antriebsriemen (anstatt einem langen) betreibt, würde ich das Rad vor dem Kauf SEHR sorgfältig ausprobieren!

Zum Spulenwechsel muss der Flügelwirtel abgenommen werden (das Gewinde ist entgegen der üblichen Richung geschnitten).

Bei Spinnrädern mit grossem Antriebsrad kann es schwierig werden, den Riemen korrekt um Spulen und Rad zu schlaufen.

Der Einzug hat Grenzen - nach unten und nach oben. Die spinnbaren Garne sind daher limitiert.

Das zweifädige Spinnrad ist am wenigsten geeignet, um mit langem Auszug zu spinnen. Denn beim Spinnen mit langem Auszug braucht man zuerst überhaupt keinen Einzug, und dann soll ein langes Stück (etwa 1 m) Garn auf einmal und schnellstmöglich eingezogen werden. Das steht in genauem Widerspruch zum gleichmässigen Einzug des zweifädigen Spinnrads.

Da das System komplizierter ist als der einfädige Antrieb würde ich es nicht unbedingt für Anfänger empfehlen.

Empfohlener Einsatzbereich

Dünne Garne. Dicke Fäden sind zwar grundsätzlich möglich (wenn die Übersetzung niedrig genug ist), aber die Spulen der heutigen Räder sind so klein, dass man sie alle halbe Stunde wechseln müsste, was nur unnötig aufhält.

Das schnelle Spinnen von grossen Mengen gleichmässigen Garns.

Meine Meinung

Ich kann problemlos unregelmässiges Garn mit zweifädigem Antrieb produzieren (ehrlich gesagt, ich sehe meinen Garnen nicht an, ob sie einfädig oder zweifädig gesponnen wurden). Ich würde mir kein zweifädiges Rad ohne die Option Spulenbremse als mein einziges Spinnrad zulegen - für alle Fälle. Aber heute haben die meisten zweifädigen Räder auch eine Spulenbremse, und bei anderen Rädern kann man oft eine improvisieren.

Gegen ein zweifädiges Rad mit Option Spulenbremse gibt es absolut nichts zu sagen. Ausser Sie brauchen eigentlich ein Rad mit Flügelbremse...

Seite aktualisiert: 07 April 2007