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Welches Spinnrad?

Bedenkenswerte Punkte sind

Grundform

Spinnräder können waagerecht aufgebaut sein ("Ziegenrad") oder senkrecht ("Bockrad"). Letztere gibt es auch noch in faltbarer Ausführung für leichteren Transport. Ein paar Beispiele für verschieden Radtypen finden Sie in meiner Spinnradgalerie.

Ziegenräder können mit den grössten Antriebsrädern gebaut werden - meine als "Schwedisches Spinnrad" verkaufte E-Bay-Antiquität hat ein Antriebsrad mit 65 cm Durchmesser. Grosse Antriebsräder sehen beeindruckend aus und bieten hohe Übersetzungen (d. h. schnelles Spinnen). Sie haben auch eine grösse Schwungmasse und sind träger. Das heisst, sie sind schwieriger zu starten und anzuhalten, aber sie drehen gleichmässig und leicht.

Bockräder und andere "aufrechte" Konstruktionen brauchen wesentlich weniger Platz als Ziegen und sind leichter tragbar. Aber die kleinen Antriebsräder bieten weniger Schwungmasse, laufen weniger gut, sind aber schneller anzuhalten - für Anfänger eher ein Vorteil.

Natürlich entscheiden für die Dreheigenschaften eines Antriebsrades nicht nur der Durchmesser, sondern auch (und vor allem) die Lagerqualität (Kugellager, oder schlicht Metall auf Holz?), das Holzgewicht, und das Design (das Rad-im-Rad-Design des Kromski Mazurka bringt das Gewicht mehr in die Mitte).

Falträder sind praktisch für den Transport in öffentlichen Verkehrsmitteln - aber ich würde dafür lieber eine Handspindel nehmen. Die ist um Einiges leichter! Und Sie können damit sogar im Zug oder an der Bushaltestelle spinnen.

Aussehen

Spinnräder gibt es klassisch-verschnörkelt wie die Kromskis, modern wie die Louets oder das Schacht Matchless, oder schlicht wie die Henkys. Das Aussehen hat nichts mit den Spinneigenschaften zu tun. Aber denken Sie daran, dass Sie lange Zeit vor dem Spinnrad sitzen werden. Und wenn Sie es bei Nichtgebrauch nicht wegpacken, werden Sie es auch sehen, wenn Sie nicht daran spinnen. Also kaufen Sie um Himmels willen kein Rad, dass Ihnen nicht gefällt!

Antrieb

Der Unterschied zwischen Flügelbremse, Spulenbremse, doppelfädigem Antrieb wurde schon erklärt.

Einfach- oder Doppeltritt

Es gibt Spinnräder mit einem Trittbrett, für einen Fuss, und solche mit zweien. Welches man bevorzugt ist Geschmackssache. Manche Spinner arbeiten lieber mit beiden Füssen gleichzeitig. Andere stört es, dass sie von einem Doppeltritt-Rad in eine bestimmte Haltung gezwungen werden (schliesslich müssen beide Füsse gleichzeitig auf beide Trittbretter, die oft ziemlich nahe beisammenliegen). Es gibt Doppeltritt-Räder, die mit einem Fuss bequem bedient werden können (Judith McKenzie spinnt auf einem solchen in ihrem Video), aber die sind die Ausnahme, nicht die Regel.

Da bei mir nur der linke Fuss funktionsfähig ist, habe ich nur Spinnräder mit Einfachtritt gekauft, kann zum Thema Doppeltritt also nichts weiter sagen.

Höhe des Einzugslochs

Die Höhe des Einzugslochs spielt keine Rolle. Es gibt keinen Grund, die Hände zum Spinnen genau vor dem Einzugsloch zu halten. Sie können rechts oder links davon sein, höher oder tiefer - der Faden kann (bei rundem, geschlossenen Einzugsloch - es gibt auch das sogenannte "Delta-orifice", das nur ein Haken ist) fast in rechtem Winkel zur Spule gehalten werden!

Rechts-/Linkshänder und -füsser

Wie oben erwähnt kann ich nur mit dem linken Fuss treten. Beim Anblick von Ziegenrädern hatte ich immer gedacht, man müsste sie mit dem rechten Fuss treten, so dass die Hände vor dem Einzugsloch sein können. Meine ersten Spinnräder waren deshalb ein Kromski Mazurka (Bockrad mit Trittbrett genau in der Mitte unter dem Einzugsloch) und das Bewährte von Henkys mit Trittbrett links.

Dann hatte ich das grosse Glück, ein gebrauchtes Haldanes Lewis zu bekommen (grossartiges Rad, wird leider nicht mehr hergestellt). Das ist eine klassische Ziege mit Antriebsrad rechts und Trittbrett darunter. Und ich lernte, dass es durchaus möglich ist, mit dem linken Fuss zu treten und trotzdem bequem zu spinnen - wie schon gesagt, die Position der Hände im Verhältnis zum Einzugsloch SPIELT KEINE ROLLE.

Ausserdem bin ich Rechtshänder. Aber da beim Spinnen normalerweise beide Hände aktiv sind, kann ich entweder

Verschiedene Auszugstechniken zu verwenden verringert das Risiko für Sehnenscheidenentzündungen oder ähnliche, durch dauernde gleichförmige Belastung verursachte Probleme.

Sie sehen, es ist nicht notwendig, sich ein linkshändiges Ziegenrad als Sonderanfertigung bauen zu lassen.

Preise

Die Preise für Neuräder fangen bei ein paar hundert Euros and und hören bei ein paar tausend Dollars (im Euroland kenne ich keine Mass-Spinnradbauer!) für Sonderanfertigungen auf. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Markenspinnräder auf dem heutigen Neumarkt alle brauchbar sind. Es ist nicht nötig, viel Geld für ein erstes Spinnrad auszugeben. Schliesslich wissen Sie noch nicht, ob Sie wirklich dabeibleiben wollen, und sie wissen auch noch nicht, welche Eigenschaften Ihnen wirklich wichtig sein werden. Andererseits, wenn das Geld kein Problem ist und Sie sich in ein Schacht Matchless verlieben (ca. 1000 Euro) gibt es keinen Grund, schweren Herzens zu verzichten: Der Wertverlust bei Gebrauchträdern ist gering, oft können sie fast zum Neupreis weiterverkauft werden.

Übrigens: Eigenimport ist durchaus möglich (Sprachkenntnisse vorausgesetzt) und beim derzeitigen Dollarkurs vielleicht auch lohnend. Bei Import aus USA oder Indien (ich habe mich informiert, als ich die Charkha bestellt habe) beträgt der Zollsatz 1,7 % von Kaufpreis + Transportkosten + Versicherungskosten, und darauf kommt dann noch die aktuelle Mehrwertsteuer.

Wie entscheiden?

Die Entscheidung bleibt Ihnen überlassen. Nur Sie wissen, was Sie wollen und wieviel Sie dafür ausgeben wollen. Sie werden wahrscheinlich mit jedem Rad, das Sie kaufen, spinnen können. Wenn möglich sollten Sie jedoch vor dem Kauf so viele Räder wie möglich ausprobieren - im Laden, in einer Spinngruppe oder bei Wollfesten.

Falls das nicht möglich ist (ich konnte auch nicht), finden Sie viele Informationen im Internet. Zum Beispiel auf Deutsch im Handspinn-Forum (die Spinnradbesprechungen sind nur für angemeldete Benutzer einsehbar) oder auf Englisch im Knitter's Review Forum (zur Spinnabteilung muss man runterscrollen - das Forum ist riesig)

Seite aktualisiert: 07 April 2007