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Indische Buch- oder Attaché-Charkha

Charkha (oder Charka) ist einfach das indische Wort für Rad. Unter deutschen Spinnern meint man mit Charkha oft die zusammenklappbaren Buch- oder Attachée-Charkhas. Buchcharkhas sind die ganz kleinen, Attachéecharkhas (Box Charkhas) sind etwas grösser. Auf so einem Gerät spann Ben Kingsley im Film Gandhi. Mahatma Gandhi hatte nämlich vorgeschlagen, dass die Inder ihre Baumwolle selbst verspinnen und verweben sollten, anstatt sie billig an die Engländer zu verkaufen und als Stoff teuer zurückzukaufen. Damit jeder Inder jederzeit und überall spinnen konnte, hatte Gandhi zur Erfindung eines kleinen, leicht transportablen Spinnrads aufgerufen.

Ich kaufte mir rein aus Neugier eine Attachée-Charkha. Mark Shepard schreibt, die etwas grösseren Modelle würden besser laufen, da die Toleranz für Ungenauigkeiten beim Bau grösser sei. Klingt logisch, und auf die paar Zentimeter mehr kam es mir auch nicht an (geschlossen misst meine Charkha 33 x 19 x 8 cm) - zum Rumtragen habe ich mir eine Takli mitbestellt.

Die Charkha kam direkt aus Indien (von e-Trade Enterprises) und als ich sie aufgebaut und die ersten Schwierigkeiten überwunden hatte (an Charkhas spinnt man mit langem Auszug) war ich vollkommen fasziniert: Ein vollwertiges Spinnrad passt auf so wenig Platz! Die Übersetzung liegt zwischen 1:65 und 1:100 (bei mir letzteres) - das ist 3 bis 5 mal so viel wie bei einem schnellen Flügelrad. Im Köfferchen liegt sogar noch eine Haspel zum Zusammenbauen (mit genau 1 Meter Umfang - sehr praktisch. An den 1000 m Baumwollfaden auf einer Spindel muss ich allerdings noch arbeiten.)

Indische Attachée-Charkha, offen

Die Charkha ist ein fantastisches Werkzeug: Entweder, um seinen langen Auszug zu verbessern (die Charkha zeigt Fehler deutlich auf). Oder, um schnell grosse Mengen von kurzstapligen Fasern zu feinem Faden zu verarbeiten. Der Faden auf der Spindel im Foto ist aus einer fertig gekauften Seide-Babykamelhaar-Mischung. Am Flügelrad war sie furchtbar zu spinnen (das Garn wurde jedoch sehr schön). An der Charkha ist die Mischung auch nicht gerade traumhaft zu verspinnen, aber doch wesentlich besser.

Zur Charkha gab es eine zweiseitige, englische Anleitung, aber die ist nicht besonders gut. Auf seiner (englischsprachigen) Website beschreibt Mark Shepard genauer, wie man eine Charkha aufbaut und benutzt. Eine andere grossartige Informationsquelle ist Eileen Hallman's DVD "Spinning Cotton on the Charkha" (ebenfalls auf English), die man bei den meisten amerikanischen Lieferanten für Spinnzubehört oder direkt über ihre Firma New World Textiles beziehen kann.

Seite aktualisiert: 07 April 2007