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Spinnräder mit Flügelbremse

Dieses Foto zeigt Flügel und Spule eines Spinnrads mit Flügelbremse

Bei diesen Rädern läuft der Antriebsriemen in einer Rille in der Spulenscheibe. Wenn Sie treten, dreht sich deshalb die Spule und der Flügel bleibt stehen. Wenn Garn auf der Spule ist, und Sie sein Ende festhalten, bindet es den Flügel an die Spule und er muss sich mit ihr drehen.

Normalerweise gibt es eine Bremse für den Flügel, oft ein verstellbarer Lederriemen. Wenn Sie die Spannung des Lederriemens erhöhen, bremsen Sie den Flügel und der Faden wird stärker eingezogen. Es gibt Spinnräder, bei denen Sie die Bremse zum Spinnen ganz entfernen können - der Luftwiderstand des Flügels ist Bremse genug. Demzufolge können alle doppelfädigen und viele Räder mit Spulenbremse auf "Flügelbremse" umgebaut werden: Schlaufen Sie einfach den Antriebsriemen über die Spulenscheibe und probieren Sie aus, ob Sie so spinnen mögen.

Manchmal liest man, dass bei flügelgebremsten Rädern der Einzug nicht schwächer würde, während sich die Spule füllt. Das ist falsch. Beim Verzwirnen kann man das leicht feststellen - bei voller werdender Spule muss man die Bremse immer stärker anziehen, um den Einzug gleich stark zu halten. Beim Spinnen ist stärkeres Bremsen vielleicht unnötig, weil der Einzug erst bei halbvoller Spule angenehm schwach wird. Das bedeutet, dass man den Einzug eines flügelgebremsten Spinnrads bei entfernter Bremse noch weiter verringern kann (vielleicht um besonders feines Garn zu spinnen), indem man den Spulendurchmesser erhöht - z. B. mit Schaumstoffröhren zur Isolierung von Wasserleitungen.

Vorteile

Der grosse Vorteil des flügelgebremsten Spinnrads ist die einfache Bauweise und Benutzung. Die einfache Bauweise bedeutet, dass das Risiko beim Gebrauchtkauf relativ gering ist - die Chancen, das Rad spinnfähig zu bekommen, sind gut.

Die Benutzung könnte nicht einfacher sein, vor allem, wenn es eines der Räder ist, bei denen die Bremse zum Spinnen überflüssig ist: Einfach nur spinnen, bis die Spule voll ist. Und dann ist sie in Sekunden gewechselt.

Da das Garn eingezogen wird, wenn der Flügel bei sich drehender Spule stehenbleibt, wird das Garn während des Einzugs nicht weiter verdreht. Das erleichtert das Spinnen von weichen Garnen.

Spulengebremste Räder haben oft grössere Spulen als andere Typen (ich denke an Louet S10 und seine Verwandten, die Henkys-Räder, und den Ashford Countryspinner).

Nachteile

Der grösste Nachteil ist, dass diese Spinnräder oft einen so starken Einzug haben, dass man sich wie beim Tauziehen fühlt. Feines Garn oder schwierige (kurze oder rutschige) Fasern zu spinnen kann ein Ding der Unmöglichkeit sein. Wegen des starken Einzugs würde ich flügelgebremste Räder auch nicht als Anfängerräder empfehlen, trotz der einfachen Bauweise.

Wenn man den Flügel beim Einziehen des Garnes (fast) zum Stillstand kommen lässt, gibt es beim Weiterspinnen einen deutlichen Ruck am Garn.

Empfohlener Einsatzbereich

Flügelgebremste Räder sind hervorragend fürs Verzwirnen geeignet. Der starke Einzug und die grossen Spulen sind deutliche Vorteile.

Dicke Wollgarne (Winterpullover etc.) spinnen sich auch gut auf flügelgebremsten Rädern - schon wegen der Spulengrösse.

Meine Meinung

Meine Erfahrungen beschränken sich auf das Henkys "Das Bewährte" und Ashford's Countryspinner. Weder das eine noch das andere würde ich als mein einziges Spinnrad wollen. Der Countryspinner ist Spezialist für extra-dicke Wolle (Teppichwolle, Effektgarn) und das Henkys ist ein "Tauziehrad".

Wenn Sie aber schon ein Spinnrad haben, das manchmal einfach nicht stark genug einzieht (wie bei mir das Kromski Mazurka), oder dessen kleine Spulen Sie zur Verzweiflung bringen, dann kann ein flügelgebremstes Rad als zweite Anschaffung sinnvoll sein.

Weiter zum Spinnrad mit Spulenbremse.

Seite aktualisiert: 07 April 2007